Doping im E-Sport: ESL führt Drogentest ein

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Die Beliebtheit des E-Sports ist in den letzten Jahren stetig gewachsen – und Turniere finden in der Öffentlichkeit immer mehr Beachtung. Auch die Preisgelder sind mittlerweile nicht mehr ganz ohne und die Versuchung, die Regeln ein wenig zu verbiegen, und z.B. mit Hilfe illegaler Helferchen zum Sieg zu gelangen, wird deshalb immer größer. Doping im E-Sport ist ein brandaktuelles Thema, das derzeit vor allem durch ein Interviewstatement eines Top-Spielers in die öffentliche Diskussion geraten ist, der freimütig zugegeben hatte, während eines Turniers im März das leistungssteigernde Medikament Adderall benutzt zu haben – ein verschreibungspflichtiges Psychostimulantium, das auch bei der Behandlung von ADHD zum Einsatz kommt. Das Preisgeld hatte sich bei dem besagten Turnier auf $250,000 belaufen.

Doping im E-Sport - ESL führt Tests ein
Im regulären Sportgeschehen ist Doping seit Jahren ein vielbeachtetes Thema. Fußballer, Radfahrer und andere Hochleistungssportler werden regelmäßig auf Drogen und leistungssteigernde Mittel getestet. Auch FIFA ist seit 2001 ein offizielles Spiel der World Cyber Games. 2003 wurde ein FIFA Wettbewerb auf der CPL Europe abgehalten. Deutschland hat die größte FIFA Football Community. Hier testen Spieler Fifa 14 etwas entspannter – und sicher drogenfrei: gamescom Köln, 22.8.2013 © Andrea Härtlein

Kory ‘SEMPHIS’ Friesen, ein Counter-Strike: Global Offensive Profi-Spieler, hatte zugegeben, dass er und andere seiner Teammitglieder während der ESL One Katowice, Polen, die Droge benutzt hatten. Wie es scheint ist damit eines der bestgehüteten Geheimnisse es E-Sports ans Tageslicht gedrungen. Die offiziellen Vertreter zeigen sich seither allseits geschockt.

Auch die ESL – eine der etabliertesten E-Sports-Organisationen der Welt mit Sitz in Köln – sieht die aktuelle Entwicklung kritisch. Dort hat man es sich immerhin auf die Fahne geschrieben, die Integrität des E-Sport zu fördern. Fair-Play gehört dabei zu den wichtigsten Regeln und Doping im E-Sport durch leistungssteigernde Drogen (PEDs) ist natürlich grundsätzlich verboten. Im Juli kündigte die ESL nun neue Maßnahmen an, mit denen die Teilnehmer an den Turnieren zukünftig besser vorbereitet und überprüft werden können. Dazu hat die ESL eine Kooperation mit der NADA (Nationale Anti Doping Agentur, Bonn) angekündigt, um gemeinsam eine zulässige Anti-PED-Strategie zu erarbeiten. Auch mit der WADA (World Anti Doping Agency, Montreal, Canada) will man verstärkt zusammenarbeiten.

Die Expertise der beiden Anti-Doping-Organisationen soll der ESL dabei helfen, ein Programm zur Eindämmung des Doping im E-Sport zu entwickeln. Dazu gehört auch, den Spielern umfassende Informationen und Unterstützung bei der Stressbewältigung im Profi-Gaming zu bieten.

Erste Maßnahmen gegen Doping im E-Sport

Mit einigen Sofortmaßnahmen will die ESL vor allem den durch die Enthüllungen entstandenen Imageschaden begrenzen: Sportsgeist und Integrität sollen auch zukünftig den E-Sport prägen. Mit PED-Tests, die recht einfach über die Haut ausgeführt werden, soll während der ESL One Cologne im August Missbrauch vorgebeugt werden. Diese Tests sollen auch während der Intel Extreme Masters, ESL One und ESL ESEA Pro League angewendet werden und solange, bis die offizielle PED-Politik der ESL verabschiedet ist, dafür sorgen, dass die Turnier-Regeln eingehalten werden.

Änderungen der Regeln und eine Liste verbotener Substanzen, Testvorgehensweisen und mögliche Disziplinarstrafen sollen allen Teilnehmern über ihre Team-Manager oder Team-Besitzer zugkommen.

Quelle: ESL/anh

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